05. May 2019 von Majid

Katzen – der perfekte Mix aus wild und zärtlich?

Auch wenn die ‚,Hundefront‘‘ sehr stark ist, in deutschen Haushalten schnurrt es viel häufiger, als dass es bellt. Die Katze ist mit einer Zahl von 11,5 Millionen das mit Abstand beliebteste Haustier. Ist es der Mix aus Distanz und Nähe, der sie an die Spitze der Lieblinge bringt? ,,Katzenmensch‘‘. ,,Unnahbar‘‘. Was müssen sich bekennende Katzenfreunde nicht alles anhören. Fakt ist, dass die Katze das Haustier mit womöglich den meisten Vorurteilen ist. Wir sagen: Vorurteile sind Dreck. Katzendreck. Da fangen wir doch auch gleich mal an. Die Katze schickt uns nicht in den Regen, die Katze weckt uns nicht auf für ihr Geschäft. Das Katzenklo macht nicht nur die Katze froh, sondern scheint auch des Menschen bester Freund zu sein. Da fällt einem das Reinigen doch leicht, sind wir doch oft zu faul zum Rausgehen in die Kälte und sagen ein ,,Halleluraw ‘‘ für diese glorreiche Erfindung.

,,Wie der Herr, so sein Tiger‘‘ spiegelt sich gerne in der Haltung der Katze wider. So neigen eher abenteuerliche Menschen dazu, ihre Katze als Freigänger zu halten, während eher Vorsicht liebende Menschen am ehesten eine heimlebende Katze halten. Eines verbindet sie alle: die berühmt berüchtigten 5 Minuten der Katze. Sie turnt, sie klettert, kein Hindernis ist zu hoch, oder zu weit (weshalb die Katze in der Pannenshow der geheime Star ist). Hach, die Artisten unter den Tieren lassen uns Menschen wünschen, wir würden einige Hürden im Leben leichter nehmen. Schließlich ist der Mensch doch ein Adrenalin liebendes Wesen. Apropos. Das Spielen mit der Katze ist ein Erlebnis für sich. Wird der Besitzer doch gefühlt zum Löwenbändiger. Oder aber auch zur Antilope in der Steppe. Schließlich kennt doch jeder diesen kleinen Schreckensmoment, wenn der Stubentiger angeschossen kommt und seine Pranken um das Federbällchen schlingt. Und wir lieben es. Wir bewundern es. Wir bewundern außerdem, dass die Katze ihren eigenen Willen hat. Ist sie uns nicht ähnlich, indem sie zeigt, wann sie Aufmerksamkeit möchte und wann nicht ? ,,Kratzt die?‘‘ fragt der Laie gerne mal. So mancher Katzenfreund denkt dabei aber an die Spezies Mensch selbst. In einer Partnerschaft kann es eben nicht immer rosa Brauseherzen regnen. Die Katze sagt eben mit einer Deluxe-Gestik, wie sie gerade gestimmt ist. Beklagen wir Menschen uns nicht häufig über fehlende klare Ansagen?! Die Katz macht’s richtig! Stark sein, liebe Hundefetischisten, aber eines kann einfach kein anderes Tier auf diesem Planeten. Na, was mag das sein? Genau. Hauseigene Psychotherapie. Schließlich ist das tief zufriedene Schnurren einer Katze der Sound purster Freundschaft, Vertrauen, Dankbarkeit und Entspannung. Möchte man nach einem stressigen Tag nicht einfach nur nach Hause kommen, um sich einer Sitzung mit Dr. Cat zu unterziehen? Es sollte eindeutig mehr Bürokatzen als Begleiter geben. Oder Papageien, die diesen Sound 24/7 abspulen. Okay nein, wir wollen das Feeling in Realität genießen. Ein Versuch wäre es dennoch wert. Oder was meint ihr dazu? Ist das Schnurren Entschädigung für jede nicht gewollte Schmuseminute, Eigenständigkeit sei Dank?

Eine samtweiche Pranke aus Bremen.